Als Übersetzer waren tätig: Ludwig Most (Bremervörde), Günter Müller (Erfurt), Germany
In der vierzigsten Episode von Dr. Ewa Gwiazdowskas Opo-news sind für alle Leser die besten Voraussetzungen gegeben, um mit Ludwig Most schlesische Berge und schlesische Geschichte mit zu erleben. Wahrscheinlich ist der griechische Gott Kairos mit ihnen. Dank einer weiteren Analyse der Bleistiftskizzen von Ludwig Most, die während einer Wanderung in Schlesien angefertigt wurden, entstand eine Karte interessanter Orte, die es wert sind, besucht und kennengelernt zu werden. Mit den Schilderungen wird deutlich, dass es lohnenwert ist Hirschberg [Jelenia Góra], Burg Kynast [Chojnik] und Fischbach [Karpniki] noch besser kennen zu lernen. Man sollte auch die Schneekoppe besteigen, nach der schönen Skulptur der apokalyptischen Gottesmutter in der Nähe von Schömberg [Chełmsko] suchen und letztendlich in Liegnitz [Legnica] etwas länger verbleiben, in der Stadt, die den Meister Most bezauberte. Und wahrscheinlich nicht ohne Grund… [J.G.]
Dr. Ewa Gwiazdowska Most in Schlesien, Teil 4
Auf den Spuren der schlesischen Geschichte
EXPEDITION XXXX
Der Ort von Schillers spiritueller Begegnung mit Mickiewicz
Ludwig Most, Blick auf Burg Kynast [Chojnik], um 27.08.1835, Bleistift, Velinpapier, Skizzenbuch Nr. VII, Karte 8 Rückseite, Nationalmuseum in StettinAuf dem freistehenden Raum über der Skizze der Ruinen platzierte Most ein geheimnisvolles Motiv. Es war ein gepolsterter Sessel, der an die Möbel erinnerte, in denen die Renaissance-Herrscher saßen. Er sah das Möbelstück am 27. August 1835 in Hirschberg [Jelenia Góra].
Eine Stadt, die zwischen den Bergen verloren gegangen ist
Ludwig Most, Panorama des Riesengebirges mit der Silhouette von Hirschberg [Jelenia Góra], 27.08.1835, Bleistift, Velinpapier, Skizzenbuch Nr. VII, Karte 9, Nationalmuseum in StettinGranitnest
Ludwig Most, Burgruine Kynast [Chojnik], 27.08.1835, Bleistift, Velinpapier, Skizzenbuch Nr. VII, Karte 9 Rückseite, Nationalmuseum in StettinEroberer der Schneekoppe
Ludwig Most, Unterschlupf und Kapelle an der Schneekoppe [Sniezka], 28. und 29. 08.1835, Bleistift, Velinpapier, Skizzenbuch Nr. VII, Karte 13, Nationalmuseum in StettinVon der Spitze in die Täler
Ludwig Most, Schloss Fischbach [Karpniki], 29.08.1835, Bleistift, Velinpapier, Skizzenbuch Nr. VII, Karte 16, Nationalmuseum in StettinMadonna am Straßenrand
Ludwig Most, Marienstatue Unserer Lieben Frau Apokalyptiker, 30.08.1835, Bleistift, Velinpapier, Skizzenbuch Nr. VII, Karte 17, Nationalmuseum in StettinAm nächsten Tag, dem 30. August, als Most in Richtung der Stadt Schömberg weiter reiste, hielt er an, um unter einem alten Baum zu ruhen. Er war fasziniert von der schlanken Skulptur, die auf einem hohen, barocken Sockel stand. Die Statue stellte die mädchenhafte Mutter Gottes in fließenden Gewändern dar. Ihr Kopf war mit einem Heiligenschein aus zwölf Sternen verziert. Auf den Händen der Madonna sitzend, stach das Kind mit einem stark verlängerten Kreuzstab auf den Drachen – dem Symbol der Sünde – ein, der von den Füßen der Mutter zertrampelt wurde. Die Skulptur, die zum Schutz von einem geschmiedeten Gitter umgeben ist, wurde wahrscheinlich als Danksagung errichtet, nachdem die Pestepidemie am Ende des siebzehnten Jahrhunderts abgeklungen war.
Die Perle der schlesischen Geschichte
Ludwig Most, Panorama von Liegnitz, 8.09.1835, Bleistift, Velinpapier, Skizzenbuch Nr. VII, Karte 19, Nationalmuseum in StettinDie einzige schlesische Stadt, deren Ansicht Most in seinem Reiseskizzenbuch treffend darstellte, war Liegnitz [Legnica]. Liegnitz wurde an der Stelle einer alten, slawischen Festung erbaut, die im achten Jahrhundert gegründet und 985 von Mieszko I. renoviert wurde. Die Silhouette von Liegnitz, die hinter dem Katzbach-Fluss sichtbar war, war beeindruckend. Über den Mauern und Festungswällen erhoben sich Türme von Kirchen und profanen Gebäuden. Most war so sehr an der Korrektheit der Zeichnung interessiert, dass er sie in zwei Teile teilte. Die Karte seines Skizzenbuchs erwies sich als zu klein, um das gesamte Panorama in einer Zeile zu zeichnen. An der linken, oberen Seite der Karte zeigte Most die barocke Kirche St. Johannes, den gotischen Wehrturm, das im zwölften Jahrhundert erbaute und im fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert umgebaute Schloss, einen weiteren gotischen Wehrturm und die gotische Kirche St. Peter und Paul (die heutige Kathedrale). Diese Pfarrkirche hatte zu Mosts Zeiten noch barocke Türme, die ihr Aussehen nach der neugotischen Rekonstruktion der Kirche am Ende des neunzehnten Jahrhunderts änderten. Am unteren Teil der Karte zeichnete Most die linke Seite des Panoramas mit der gotischen Marienkirche. Während Sie dieses Panorama bewundern, sollten Sie sich daran erinnern, dass die Burg Liegnitz zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts Zygmunt Jagiellończyk, den späteren König von Polen, Sigismund I. der Alte, beherbergte.
P.S.
Als Ludwig Most am 29.08.1835 die Schneekoppe erreichte, war wie bereits auf Seite 6 dieser Episode erwähnt, die Laurentius – Kapelle als kirchliches Gotteshaus nicht mehr für die Gäste erkennbar. Das verdeutlicht die auf der Folgeseite abgebildete Lithographie von Carl Mattis aus dem nah gelegenen Schmiedeberg.

Als Übersetzer waren tätig: Ludwig Most (Bremervörde), Günter Müller (Erfurt), Germany
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